Yoga – Veränderungen im Alltag

Als Teil der traditionellen indischen Heilkunde in Ayurveda wurde Yoga vor 2000 Jahren mit dem einfachen Ziel entwickelt, länger in Meditationen sitzen zu können und den Körper in Einklang mit Geist und Seele zu bringen. Hierbei ist die Atmung (Pranayama) genauso wichtig wie die Körperarbeit (Asanas) oder die Meditation (Dhyana). Dieses Zusammenspiel von bestimmten Atemtechniken, Körperübungen und absolute Stille im Geist hat, wie du dir vorstellen kannst, einige positive Auswirkungen auf dich.

Einführung in Asanas und deren Auswirkungen im Alltag

Ein wichtiger Teil im heutigen, westlichen Yoga besteht aus Asanas, den Körperübungen. Hier wird auf alle mögliche Weisen der Körper gedehnt, mobilisiert und gekräftigt. Dass dies Auswirkungen auf unseren Körper und dadurch auch auf unsere Gesundheit hat, steht wohl außer Frage. Wir fühlen uns fitter, kleine „Wehwehchen“ verfliegen und man fühlt sich gleichzeitig kräftig und flexibel. Was aber noch viel spannender ist, ist dass wir unser Körpergefühl wieder neu erlernen. Wir spüren, welche Bewegungen uns guttun und welche nicht. Wir spüren, welche Stellung in unseren Wirbelsäulen sich „gesund“ anfühlt und welche wir lieber nicht zu oft halten sollten. Auch das längere Sitzen am Schreibtisch wird plötzlich als unangenehm empfunden und man verspürt den Drang nach Bewegung. Das heißt durch regelmäßige Yoga-Praxis kann ich meinen Körper nicht nur gesund halten, sondern mir auch das Bewusstsein schaffen, was meinem Körper guttut und was nicht. Das ist sehr wertvoll in einer Welt, in der jeder eine andere Meinung zu Gesundheit und Lebensstil hat. Diese erlernte Eigenschaft macht uns unabhängig und selbstbewusst.

Außerdem habe ich persönlich auch feststellen können, dass eine regelmäßige Yogapraxis dazu führen kann, mehr Lust auf gesunde Lebensmittel und weniger Lust auf Zucker, Alkohol und andere schädliche Mittel zu verspüren.

Einführung in Pranayama und deren Auswirkungen im Alltag

Prana ist die Bezeichnung für „Lebensenergie“ (vergleichbar mit Qi aus der chinesischen Lehre) und „Ayama“ kann man mit „Kontrollieren“ oder „Erweitern“ übersetzen. Mithilfe von Pranayama (Atemtechniken) lernen wir, unseren Atem bewusst wahrzunehmen, ihn zu steuern und so unsere Lebensenergie zu aktivieren und zum Fließen zu bringen.

Das klingt esoterisch, ist es aber gar nicht. Wie stark unsere Atmung auf uns wirkt, sehen wir, wenn wir in einem Streit oder in einer Situation sind, in der wir starke Emotionen wie Wut oder Angst verspüren und für ein paar Atemzüge tief ein- und ausatmen. Der Körper wird ruhiger, wir können klarer denken und uns wieder auf das Wesentliche fokussieren. Außerdem können wir durch unsere Atmung unseren Herzschlag beeinflussen, – ein ruhiger Atem kann zu einem ruhigen, entspannten Herzschlag führen. Das machen wir oftmals ganz unbewusst, aber genauso oft vergessen wir auch, diese Atmung zu unserem Vorteil zu nutzen. Yoga schafft Bewusstsein dafür und unterstützt uns darin.

Wenn also schon so eine einfache Übung wie das ruhige und regelmäßige Atmen Einfluss auf den Körper hat, kann man sich vorstellen, welche positiven Auswirkungen bestimmte Atemübungen auf den Körper haben können.

So zum Beispiel gibt es Atemtechniken, die den Parasympathikus (das Nervensystem, das uns entspannt) aktivieren, aber wiederum andere Übungen den Sympathikus (das Nervensystem, das uns aktiviert) anregen. Grob gesagt, kann ich mich morgens „wach atmen“ und abends „ruhig/entspannt atmen“.

Es gibt Pranayama Übungen, die deine inneren Organe massieren, Kapalabhati genannt, bei der du stoßweise und kraftvoll ausatmest. Die Bewegung und Kontraktion des Zwerchfells massieren deinen Magen, Milz, und Leber. Deine Bauchmuskeln werden stärker und deine Verdauung wird angeregt. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass Kapalabhati dein Blut mit Sauerstoff anreichert und so zur Erneuerung deines Körpergewebes beiträgt.

Außerdem hat Pranayama positive Auswirkungen auf deine Lungenkapazität und Lungenvolumen, sodass Allergiker oder Asthmatiker davon profitieren können!

Ich zum Beispiel wende verschiedene Atemübungen immer dann an, wenn ich klettere. Da ich Höhenangst habe, versuche ich an der Kletterwand durch bewusstes, tiefes Atmen mein Stresslevel zu senken und meine Angst zu reduzieren. Ähnliches wende ich bei Bewerbungsgesprächen und sonstigen nervenaufreibenden Situationen an.

Einführung in die Meditation und deren Auswirkungen im Alltag

Wenn wir von Meditation sprechen, denken viele von uns an Männer Glatzen, die stundenlang mit geschlossenen Augen am Boden sitzen. In unserer westlichen, von Hektik und Stress geplagten Welt fällt es uns allerdings schwer, Zeit für solch „langes Sitzen“ zu finden. Vielleicht sehen wir es sogar als Zeitverschwendung. Doch dies ist nur eine Form der Meditation und keineswegs besser oder schlechter als eine andere. Ziel einer Meditation ist es immer, den Kopf frei von jeglichen Gedanken zu machen und eine innere Stille hervorzurufen. Das gelingt bei jedem von uns anders. So finden manche die Stille in Bewegung, andere möchten sich lieber von einer Stimme leiten lassen und wieder andere schalten erst ab, wenn sie sitzend ihre Augen schließen. Wichtig ist es, die richtige Methode für sich zu finden und diese in regelmäßigen Abständen zu üben. Erst dann kann man sich ein seiner eigenen Praxis verbessern und eine tiefe innere Ruhe und Entspannung finden. Nur so, kann man sein Stresslevel regulieren und den eigenen Geist beruhigen.

So kenne ich zum Beispiel Manager, die ihren Stress bei einem Waldspaziergang reduzieren, ohne Musik und ohne Handy. Sie gehen in den Wald, um ihren Kopf „frei“ zu kriegen, ihre eigene Atmung zu hören, den Wind auf ihrer Haut zu spüren und den Geruch des Waldes zu riechen. Wieder andere setzten sich mit Kerzenlicht auf ihr Meditationskissen und schließen bei absoluter Stille die Augen. Ich habe meine Art des Meditierens in meiner Yogapraxis gefunden. Das Bewusstsein während meiner Praxis, in jedem Moment meine Atmung, meinen Körper und mein in jeder Übung wechselndes Wohlbefinden zu spüren, tut mir unheimlich gut. Man fühlt eine unglaubliche Präsenz, ein „sich-genau-im-Moment-befinden“, ein „hier-sein“.

Meines Erachtens ist es wichtig, diese erlernte Präsenz mit in den Alltag zu nehmen, sodass du in jedem Moment diese Bewusstheit hervorrufen kannst. Ein Tipp hierfür wäre, sich einen Anker zu setzen, um sich leichter in diesen bewussten Zustand zu führen. Das kann die eigene Atmung sein, das Fühlen der eigenen Haut an den Fingern oder die glatte Fläche eines Stiftes. Egal in welchen Situationen du aufgeregt, ängstlich bist oder unter Druck stehst, versuche dich auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren und dich zu fokussieren. Das erfordert sicherlich etwas Übung, aber schon bald wirst du in vielen Situationen merken, wie du von dieser Meditationsübung profitieren kannst. 

Übungen, um mehr Achtsamkeit in deinen Alltag zu integrieren

Setze oder lege dich ganz entspannt an einen Ort, an dem du dich wohl fühlst und an dem du ungestört sein kannst. Mach es dir so gemütlich wie möglich! Du kannst dir gerne dicke Socken anziehen, damit du während deiner Praxis nicht frierst. Wichtig ist, dass du dir für fünf bis zehn Minuten Zeit für dich nehmen kannst, ohne von außen gestört zu werden. Wenn es dir lieber ist, lege entspannte Musik auf, du kannst aber auch in Ruhe meditieren.

Schließe nun deine Augen und lenke deine Aufmerksamkeit auf deinen Körper. Wie fühlt er sich an? Welche Punkte berühren deine Unterlage? Ist deine Wirbelsäule aufgerichtet oder eher gekrümmt? Nimm alles wahr, ohne zu werten.

Lenke danach deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung. Wo kannst du deine Atmung spüren? Wie tief fließt dein Atem? Atmest du eher schnell oder langsam? Versuch nun den Rhythmus deines Atems zu verlängern und ganz tief ein und auszuatmen. Wiederhole dies fünf bis zehn Mal und nimm wahr, wie du dich nach der Übung fühlst.

Hast du Lust auf mehr Körperübungen, Atemtechniken und Meditationspraxis?

Dann melde dich gerne bei mir 🙂

Die Yogatante | Tamara Lohr

Yogalehrerin | Sport- und Gesundheitstrainerin

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